Bei der Kremnitzkapelle handelt sich um einen neugotischen Sandsteinquaderbau. Seine Größe lässt darauf schließen, dass der Kremnitzmüller ein wohlhabender Mann war.
Geschichte
Laut Erzählungen wurde die Kapelle aufgrund eines Gelübdes des Kremnitzmüller gebaut, das dieser während eines Schneesturms abgelegt hatte. Sie wurde von der Witwe, Barbara Kremnitzmüller, erbaut und vom Pfarrer Wolfgang Förtsch am Dreifaltigkeitssonntag 1867 eingeweiht.
Die Kapelle galt als Schmuckstück des oberen Frankenwalds. Im Kriegsjahr 1916 verkaufte der damalige Besitzer der Kremnitzmühle seinen Besitz an einen Gütermakler, die Kapelle ließ er jedoch mit 210 Quadratmetern Grundfläche abmessen und behielt sie. Losgelöst aus dem Eigentumsverhältniss der Kremnitzmühle und durch den umliegenden Wald starker Verwitterung ausgesetzt, wurde ihr Unterhalt rasch zur Belastung für den Eigentümer, der nun in Brauersdorf wohnte.
Preisgegeben
Seitem wurde die Kapelle mal mehr, mal weniger genutzt und dementsprechend war der Verfall. Nach einer kostspieligen Reparatur versuchte der Besitzer 1925, die Kapelle an die Kirchenstiftung zu verschenken. Die lehnte aber ab. Hierauf wurde die Inneneinrichtung in die Kirche nach Förtschendorf vergeben. Im Juni 1944 wurde ein Bericht für das Landesamt für Denkmalpflege in München erstellt und kleinere Reparaturen ausgeführt.
1957 war der Verfall der Kapelle durch die Umgebungsbedingungen weiter beschleunigt worden. Auch wurde der zum Kremnitztal führende Weg neu aufgeforstet. Der jetzige Besitzer, Georg Raab aus Brauersdorf, erklärte sich bereit, die Kapelle kostenlos an die Kirchenstiftung Teuschnitz abzutreten. Wieder lehnte die Stiftung wegen der nun noch größeren Baulast die Schenkung ab. 1963 verschlechterte sich der bauliche Zustand so sehr, dass vom Landratsamt Kronach die Schließung wegen Einsturzgefahr angeordnet werden musste.
Jahrhundertfeier
Durch Eigeninitiative einiger Teuschnitzer unter Leitung von Dekan Geiger wurde die Kapelle bis auf die Sandsteinsanierung gründlich renoviert sowie die Inneneinrichtung aus Förtschendorf zurückgebracht, erneuert und wieder in die Kapelle eingebaut. So konnte 1965 die Jahrhundertfeier mit vielen Besuchern gefeiert werden.
1977 sollten die Grundmauern isoliert und die durch Menschenhand angerichteten Schäden renoviert werden. Walter Heil, der die Kapelle von Georg Raab erworben hatte, wies darauf hin, dass ihm der Kostenvoranschlag von 96 000 DM zu hoch sei. Die Bevölkerung wurde um Unterstützung gebeten.
Dank der Zuschüsse, Spenden, Sachspenden und viel Eigenleistung der Teuschnitzer erstrahlt die Kapelle wieder im festlichen Glanz. Die Einweihung fand am 26.und 27.Mai 1984 durch Pfarrer Horst Roth statt.
Besonderer Dank ging an Alfred Rebhan, der den Innenraum der Kapelle mit seinen Gemälden im Wert von über 30 000 DM verschönerte. Auf Arbeits- und Materialkosten verzichtete er. Seine Werke stiftete er der Katholischen Kirchenstiftung Teuschnitz.
Am Pfingstmontag findet regelmäßig eine Wallfahrt in die Kremnitzkapelle statt. Außerdem besuchen Jugendgruppen, die im Jugendhaus Am Knock zu Gast sind, die Kapelle.
Die Kremnitzkapelle ist über Wanderwege in etwa einer Stunde von Teuschnitz aus zu erreichen. Sie liegt oberhalb des Kremnitztals, von Teuschnitz ist die Kapelle rund zweieinhalb Kilometer entfernt.
Text: Paul Hader
